Irukandji-Qualle
Winzige Giftqualle lässt Forscher rätseln

Bisher unscheinbar und wenig erforscht. Das war schlagartig vorbei, als es 2002 gleich zu 2 tödlichen Unfällen in Australien kam. Ob es die einzigen Fälle sind, kann man nun nicht mehr mit Bestimmtheit sagen.
Zugehörig zur großen Famile der Würfelquallen sind auch sie von großer Gefährlichkeit, wie die Unfälle beweisen. Heimtückisch gegenüber der Seewespe oder der Portugiesischen Galeere ist allerdings der ausbleibende stechende Schmerz während der Berührung. 
Anfangs stellt man nur minimales Erythem, kleine Bläschen,  lokales Schwitzen und lokale Schmerzen fest. Nach Minuten bis Stunden dann einen  aufsteigenden Muskelschmerz und massive Katecholaminfreisetzung bis zu 24h mit wellenartige Bauch-, Rücken-, Gliederschmerzen, Hypertonie, Arrhythmie, periphere Zyanose, Lungenödem.
Das wars dann noch Stunden nach dem ursprünglich unauffäligem Lokalbefund.

Laut dem australischen Mediziner Peter Fenner zufolge werden die Symptome häufig mit einer Blinddarmentzündung, einem Herzinfarkt oder der Dekompressionskrankheit verwechselt, besonders wenn der Betroffene den Kontakt mit der Irukandji-Qualle gar nicht bemerkt hat.  


Über die Irukandji-Qualle ist jedoch nicht viel mehr als ihr Aussehen bekannt - bislang wurde die kleine Meduse als weniger bedrohlich angesehen. Es musste erst zu den Todesfällen von Jordan und King kommen, um finanzielle Mittel zur Erforschung des Gifttieres zu erhalten. 100.000 Dollar stellte die australische Regierung im August dem CRC Reef Research Centre in Townsville zur Verfügung. Weitere 400.000 Dollar steuern touristische Institutionen bei. Die Wissenschaftler hoffen, durch private Sponsoren den schmalen Etat aufstocken zu können. "Wir brauchen dringend Forschungsmittel, um herauszufinden, welche Arten von Quallen es gibt, um ein Gegengift entwickeln zu können“, so Seymour.

     

Die Miniqualle gehört zu der Gattung der Würfelquallen oder Cubozoa, von denen es 15 bekannte Spezies in australischen Gewässern und weltweit 24 gibt. Wie alle Quallen besteht auch die Irukandji zu 95 Prozent aus Wasser und hat weder Herz noch Hirn. Von jeder Ecke des quadratischen Körpers hängt eine mit Giftzellen besetzte, fünf bis 50 Zentimeter lange Tentakel herab, mit denen die Qualle ihre Beute fängt.

Der kleine Killer ist verwandt mit der giftigsten aller Quallen. Die Chironex fleckeri, auch Seewespe genannt, ist von Queensland bis Westaustralien beheimatet und gilt als eines der tödlichsten Tiere der Welt. Während das Gift von Schlangen oder Spinnen Muskeln und Nerven lähmen kann, wirkt das Toxin der Würfelqualle auf das Herz seiner Opfer. Die "Mordende Hand“, so die deutsche Übersetzung des wissenschaftlichen Namens, besteht aus einem etwa 30 Zentimeter großen, quadratischen Körper, von dessen vier Ecken je 15 bis zu zwei Meter lange Tentakeln herabhängen.

Vorkommen :
Australien und Indopazific (Neuguinea, Hawai); normal im offenen Meer,  wird nur selten an Küsten geschwemmt; Durchmesser nur 2,5 cm, Nesseln bis zu 50 cm
 

 

 


Quelle:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,212416,00.html
http://www.ucmp.berkeley.edu/cnidaria/C_barnesi.html